Die Hieroglyphen vom Mittelrhein

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Unzählige Male bin ich bereits an ihnen vorbeigefahren. Wohl in dem Wissen, wozu sie dienen. Jedoch nicht wissend, wie genau sie eigentlich funktionieren. Die Rede ist von den Lichtsignalen für die Rheinschifffahrt an der Loreley. Leuchtende Hieroglyphen für jene, die sie nicht deuten können. Eine Erklärung.

Der Rhein an der Loreley, zwischen Oberwesel und St. Goar, hat’s in sich. Das ist bekannt. Noch heute verunglücken hier Schiffe wie beispielweise die „Waldhof“, ein mit Schwefelsäure beladenes Tankschiff. Im Januar 2011 kenterte das Schiff und hing kieloben am Rande der Fahrrinne fest. Bei der Havarie starben zwei der vier Besatzungsmitglieder. Ein Gutachten ergab später, dass die „Waldhof“ falsch beladen war und somit nicht stabil im Wasser lag.

Knifflig für die Schifffahrt an der Loreley sind rund fünf Rheinkilometer. Sie sind stark gewunden, tief eingeschnitten und eng. Hier gibt es weder eine ausreichende Sicht noch eine direkte UKW-Sprechfunkverbindung von Schiff zu Schiff. Eine Begegnung der Schiffe in den Kurven muss je nach Größe allerdings vermieden werden. Aufgrund der Strömung hat jedoch nur das Schiff, das stromaufwärts fährt, die Möglichkeit zu warten. Und hier kommen die Lichtsignale ins Spiel. Seit 1972 regeln sie den Verkehr. Im Fachjargon Wahrschauregelung genannt. Mit der polnischen Hauptstadt hat das nichts zu tun, wahrschauen bedeutet in der See- und Binnenschifffahrt, Achtung oder Vorsicht zu gebieten.

Die Revierzentrale in Oberwesel, die zum Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bingen gehört, stellt entsprechend der Größe der Schiffe die Lichtsignale für die Bereiche, die diese zu Tal durchfahren. Die stromaufwärts fahrenden Schiffe hingegen sehen, welche Schiffe stromabwärts fahren und müssen gegebenenfalls die Weiterfahrt abwarten.

Und das bedeuten die verschiedenen Lichtsignale:

Quelle: Wikipedia

 

Hier die Fotos zum Durchklicken. Unterwegs war ich in der Pulsbachklamm und auf dem Rheinsteig bei Kestert, in St. Goar, auf der Burg Sooneck bei Nacht sowie beim Rosenfest.